Fascination ★★★★

Jean Rollin, einer der Regisseur der 70er und auch etwas noch in den 80ern. Der Filme drehte, welche anders waren. Immer etwas erotisch, mystisch und meist mit Vampiren. Eine Filmwelt voller Traumlandschaften und Momente, die dem Zuschauer im Gedächtnis bleiben. Dabei war er in seinem Heimatland Frankreich nie so berühmt, dennoch hat er Fans und einen Kultstatus. Einer seiner bekanntesten und beliebtesten Filme ist Fascination. Dieser entstand 1979 und hat Brigitte Lahaie in der Hauptrolle, welche auch eines der ikonischten Bilder des Films liefert. Die Pornodarsteller, wechselt durch Rollin auch in den “normalen” Film. Obwohl so genau kann man das nicht sagen, war sie doch in vielen Filmen dabei. Doch Rollin besetzt sie in einer kleinen Rolle in Foltermühle der gefangenen Frauen und schon war sie in ein paar seiner Filme dabei, wie Lady Dracula oder Night of the Haunted.

Wie immer ist die Handlung bei einem Rollin Film eigentlich Nebensache. Dennoch gibt es eine, die sogar alles etwas vorantreibt, aber auch alles so mysteriös hält wie immer. Wir lernen Marc kennen, einen Dieb, der gerade seine Band betrogen hat. Er flieht in ein Schloß. Dort lernt er Eva und Elisabeth kennen. Zwie mysteriöse junge Frauen, die keine Angst vor Marc haben. Doch irgendwas stimmt nicht und immer wieder will er gehen. Doch wird von den beiden davon abgehalten. Nachts sollen noch mehr kommen und es soll eine Messe abgehalten werden. Doch was soll das alles?

Willkommen in der Welt von Jean Rollin, wenn ein Film sein Schaffen perfekt zeigt und beschreibt, dann ist es Fascination. Es gibt alles was die Filme aus macht. Das mysteriöse, das erotische und das Vampir Thema. Einzig die Zwillinge und der Clown fehlt. Auch wenn Brigitte Lahaie und Franca Mai schon gut gecastet wurden und ähnlichen Körper und Haarfarbe haben. Ansonsten hat man auch diese atmosphärische Bilder und eine Handlung die einfach treibt und wir als Zuschauer bis zum Ende nicht wissen was alles passieren wird.

Weit bevor Vampire anders waren, gab es diesen klassischen Stereotyp von einem Blutsauger. Doch bei Jean Rollin war das nie so. Er nahm vielleicht ein paar Dinge und baute sie in seine Filme ein. Doch immer war der Mythos etwas anders. Auch bei Fascination ist es ein anderer. Die erste Szene spielt in einem Schlachthaus und eine Gruppe von Frauen trinkt Ochsenblut, weil sie an Blutarumt leiden. Es soll wohl helfen. Danach hören wir von dieser Szene nie wieder etwas im Film. Jedenfalls bis zum Finale. Wir sind dann bei Marc und was erlebt. Wir tauchen langsam in diese Welt ein und erfahren nichts. Das ist das ineressante an der ganzen Geschichte. Wir als Zuschauer rätseln und fragen uns was Eva und Elisabeth vor haben. Wer sind sie, was führt sie dahin und wollen sie? Nicht jede Frage wird beantwortet. Alles hat dieses unbekannte.

Alles spielt in diesem Schloß und immer wieder davor. Es gibt diese berühmte Szene mit Brigitte Lahaie, wenn sie über diese kleine Brücke geht und die Sense in der Hand hat. Sie ist hier die Verkörperung vom Sensenmann. Sie zeigt das Unheil was vielleicht kommen mag. Es könnte aber auch nie passieren. Man spielt mit dem Zuschauer, auch wenn Fascination sich viel Zeit nimmt und wir alles ruhig erleben. Hecktik gibt es nicht in dem Spielfilm. Man hat auch immer wieder das Gefühl das die Zeit still steht. Doch alles arbeitet auf das Finale hin und den Twist.

Als Zuschauer ist man aber zu diesem Zeitpunkt schon so fasziniert von dem was passiert, das man einiges vergisst, vor allem den Anfang und dann kommt der OH Moment. Der Vampirmythos ist hier nur eine Randerscheinung, mehr als ein flüchtiger Gedanke, etwas was schnell wieder vorbei ist. Dennoch bleibt es für uns den Zuschauer im Kopf.

Fascination ist ein wunderschöner Film. Ruhig und langsam erzählt, spielt Jean Rollin hier mit dem Vampirmythos und lässt uns einen Film erleben den man so schnell nicht mehr vergisst.