Summer of 84 ★★½

Das 80s-Setting mag "nostalgischen Charme" versprühen, ist mittlerweile nach Filmen und Serien wie ES oder Stranger Things aber ausgelutscht. Mit Synthie-Musik, Adidas-Shirts und Walkie Talkies wird die 80er-Atmosphäre allzu routiniert und doch nicht konsequent ins Szene gesetzt.

Wenn man sich aber auf das etwas lieblos und checklistenartig abgehakte Setting mal eingelassen hat, kann der Film dank der guten Darsteller und der Story durchaus Spaß machen. Das "Mein Nachbar ist ein Serienkiller"-Motiv wird detailreich inszeniert. Immer aus der Sicht des Jugendlichen, der seine Theorie ein ums andere Mal scheitern sieht und langsam auch die Unterstützung seines Umfelds verliert. Fast bis zur Satire steigert sich die Story und entwickelt ein extrem großes Potenzial für eine wirklich überraschende und innovative Erzählweise des doch schon oft gesehenen Plots.

Doch leider wird dieses Potenzial nicht ausgeschöpft, indem die Macher sich dann doch nichts Neues trauen, nebenbei jedwede Logik links liegen lassen und ihren Stoff aus welchen Gründen auch immer viel zu ernst nehmen. Schade, denn Spaß macht "Summer of 84" über weite Strecken und kriegt einen ordentlichen Spannungsbogen hin. Am Ende aber leider doch nur ein Film von vielen.