Captain Marvel ★★½

Das hätte ich vor 10 Jahren nicht über die Lippen gebracht: Sobald Samuel Jackson im Bild ist, steigt der Unterhaltungswert des Filmes deutlich an. Der Vielfilmer hatte sich einfach in zu vielen durchwachsenen Produktionen verheizen lassen, als das ich noch große Hoffnung in ihn und seine oder Rollen gesteckt hatte. Und als dann auch so Videothekenware wie "Arena" dazu kam, war, wie man so schön sagt, "der Drops gelutscht".
Auch sein Auftritte im MCU waren meist selten mehr als ok, was aber auch daran lag, das er ja sowieso nie im Mittelpunkt stand. Er war "gut" besetzt, aber theoretisch hätte es doch jeder andere sein können.
Doch nach seiner niederknieungswürdigen Performance in "Django Unchained" hab ich ihn wieder in mein Herz geschlossen.
Und so hatte ich an seiner (optisch verjüngten) Perfomance im (mittlerweile wievielten) Marvel-Streifen auch den meisten Spaß. Vor allem sein Buddy-Elemente mit dem heimlichen Star des Filmes, der Katze, liesen mich mehr als einmal vom Schmunzeln, dann kichern und so gar mal laut auflachen. Auch die Chemie mit der von Brie Larson gegebenen "Captain Marvel" .... äh... ach so... das ist ja gar kein Samuel Jackson-Film...
Na dann.... standardisierter, mittlerweile komplett ausgelutschter, vorhersehbarer Origin-Schmu, mit schwachen Actionszenen, verschenkten verdienten Darstellern in den Nebenrollen (Jude Law, Annette Bening) und Effekten von wackelnder Qualität.
Keinerlei echtes Character-Development, auch nichts was irgendwelche Vorfreude auf ihren Auftritt in "Endgame" schürt. (Einzig die Post-Credit-Szenen schenken uns ein paar Informationen, warum der Film wichtig werden könnte.) Zum Glück halten da die Russos die Zügel in der Hand, so dass ich überzeugt bin, das die ihr in den vorhandenen Szenen mehr Eigenständigkeit verleihen als sie es im eigenen Film bekommt.
Ein echter Marvel eben, gemessen an den herrschenden Standards natürlich immer noch gehobenes Unterhaltungskino, nur mittlerweile einfach zu sehr durchgekaut.
Und einem tollen Jackson....