A Cure for Wellness ★½

Mit Dane DeHaan blödig grinsend in die Nacht. Na toll.

"A Cure for Wellness" ist einer jener Filme, die sich für unendlich clever halten, obwohl sie es nicht sind. Der unmenschlich auf gänzlich unnötige 2 1/2 Stunden ausgedehnte Film ist ein so hanebüchen blödes Unterfangen, dass man fast keine Lust hat, sich über alles, was er an "Facepalm"-Momenten zu bieten hat, aufzuregen.

Das Dorf wie aus einem anderen Jahrhundert mit ebensolchen Menschen? Geschenkt. Das penetrante Anmoderieren von Twists, die keine sind, weil allein das Poster schon genügend Hinweise liefert, in welche Richtung die Reise geht? Okay. Das zum Tempo des Films passende lahme Produktionsdesign, dass nur das monströs-morbide kennt, ohne mit ihm wie etwa "Crimson Peak" oder die TV-Serie "The Knick" zu spielen? Nun gut. Oder dieses permanete Gefühl, Regisseur Gore Verbinski bediene sich so großzügig im Sammelkasten der Ästhetik, dass man alles schon mal gesehen zu haben scheint? Das mag sogar noch zum Konzept gehören, macht "A Cure for Wellness" aber auch nicht besser.

Der tramwandlerische Wechsel zwischen scheinbaren Realitäten (die Moderne auf der einen, das unheimliche Spa auf der anderen Seite, komplett mit verschlungener Anfahrt rückwärts durch die Zeit) zerfällt ebenso schnell wie eine angedeutete Satire auf die Auswüchse einer überbordenen Finanzwirtschaft, die sich als Krankheit manifestiert. Dank der sich schlängelnden Aale und dem Versuch einer Irritation sowohl der Protagonisten als auch des Publikums wirkt "A Cure for Wellness" denn auch öfters wie eine weit weniger ambivalente Variante von "Upstream Color", obwohl etwas mehr Ambivalenz dem Ganzen sicherlich gut getan hätte.

Am Ende versinkt das Phantom der Oper zwischen zuckenden Körpern und nichts ist gewonnen oder verloren. "A Cure for Wellness" ist ein diskursives Vakuum ohne innere Kohärenz (diverse Szenen scheinen nur zu existieren, um den Horror voranzutreiben, nicht, weil sie für die Geschichte logisch oder notwendig wären), eine aufdringlich-unangenehme Zeitverschwendung, in der bestenfalls einige technische Spielereien (Stichwort: Kamera außen am Zug oder Verwirrung im Dampfbad) für kurzzeitige Aufmerksamkeit sorgen. Vor allem aber braucht es bei Filmen wie diesem eine Heilung von der Unfähigkeit zum Schnitt.