Jurassic World ★★★½

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1993 war das Jahr der Dinosaurier. Die Vorfreude auf Steven Spielbergs Verfilmung des Bestsellers "Dino Park" von Michael Crichton versprach nicht nur ein lohnender Sommerblockbuster zu werden, sondern auch ein bahnbrechender. Schließlich führten die urzeitlichen Tiere zuvor im Kino ein Dasein als Stop-Motion-Figuren, leidlich bewegliche Modelle oder Menschen in Gummikostümen. "Jurassic Park" versprach nun Dinosaurier, die mit nichts zuvor gesehenem vergleichbar sein sollten. Die Medien hatten schnell den Begriff „Dino-Mania“ zur Hand, als die „schrecklichen Echsen“ immer häufiger, an allen Ecken und Enden, sich in die Berichterstattung mischten. Nachrichtenmagazine hatten sie ebenso auf dem Titel wie Boulevardzeitungen, Kinderhefte brachten die Urzeit ausführlich in die Haushalte, Museen sahen sich schon fast in der Pflicht, sich (populär-)wissenschaftlich mit den Tieren zu beschäftigen. Als dann auch noch eine neue Raptorenart entdeckt wurde, die in punkto Physiognomie besser zu denen im Film nicht ganz akkurat dargestellten Velociraptoren passte, war alles erreicht, was man sich nur wünschen konnte. "Jurassic Park" wurde der erhoffte Kassenschlager, fiel auch bei der Kritik nicht durch und revolutionierte die Tricktechnik (zum Guten und zum Schlechten, diese Diskussion wird nun im Angesicht des CGI-Overkills geführt). 14 Jahre und zwei mittelmäßige Fortsetzungen später schickt sich "Jurassic World" an, die Dinosaurier wieder massenwirksam unters Kinovolk zu bringen. Die Reptilien sind zwar nun nicht wieder überall präsent, die „Dino-Mania“ von einst will sich kein zweites Mal einstellen, aber der Film ist, gerade nach "Jurassic Park III", besser, als man erwarten durfte. Zumal es ein Jurassic-Film für die 2000er-Jahre ist, in dem kindliches Staunen einer kalten Wirtschaftsrechnung gewichen ist. Nicht nur das Leben findet einen Weg, auch die Ökonomie.

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