Kong: Skull Island ★★★

"I've had it with this motherfuckin' ape on this motherfuckin' island!"

... brüllt Samuel L. Jackson hier nicht. Aber er denkt es unverkennbar die ganze Zeit. Der Gute hat wohl so seine Probleme mit Tieren, denn auch in "Kong: Skull Island" ist er die ganze Zeit damit beschäftigt, einen Weg zum Abschlachten des riesigen Affen zu finden, ungeachtet der Tatsache, dass seine Obession in erster Linie noch mehr Nebendarsteller über die Klinge springen lässt. Gut, vernünftige Entscheidungen und Monsterfilme.

"Kong: Skull Island" ist eindeutig "Style over Substance", eine durchaus fragwürdige Fetischisierung des Vietnamkrieges mit übergroßen Tieren als Ersatz für die vietnamesischen Gegner der US-Truppen. Hinzu kommt viel 70er-Retro (der Film spielt 1973 und lässt es das Publikum immer wieder wissen) und vor allem aus "Apocalypse Now" zitierte Einstellungen. Bemerkenswert ist hierbei, wie sehr sich die Licht- und Zeitverhältnisse von Shot zu Shot verändern können. Skull Island ist wirklich ein ungewöhnlicher Ort.

Das Ganze ist erwartbar doof, ohne die mythologische oder kritische Komponente des ersten "King Kong" von 1933 oder der gänzlich andersweltlichen Klaustrophobie des Peter Jackson-Remakes, dennoch hat der Film, der sich vor allem dank der Post-Credits-Scene als Auftaktveranstaltung für die große Monsterklopperei mit Godzilla, Mothra und Co. entpuppt, einen schwer zu verneinenden Charme. Zumindest, wenn man sich in sein pubertierendes Ich zurückversetzt.

Denn "Skull Island" gelingt das, was beispielsweise den "Transformers"-Filmen kontinuierlich abgeht: ehrlich, konsequenzlose Freude am Spektakel wecken (etwas, was er mit dem wunderbar-megalomanischen Jackson-Film gemein hat). Das hat in Zeiten der belanglosen Blockbuster tatsächlich einen Wert an sich, egal, wie müßig das Ganze auch sein mag.

"Kong: Skull Island" ist Monster-Trash mit einem A-Film-Budget und man muss sein Bestreben, eine Art überlebensgroßer Groschenroman zu sein, anerkennen. Wobei die Geschichte, wie zwei verfeindete Soldaten in der Wildnis der Insel überleben und zu Freunden werden, wahrscheinlich die Interessantere gewesen wäre.