Logan ★★½

Superheldencomics sind nur was für Bettnässer. Meint zumindest Comicheld Wolverine in seinem dritten Solofilm nach dem unsäglichen Versuch, eine "Origins"-Reihe für die beliebtesten Figuren des "X-Men"-Universums auf die Beine zu stellen (und nach einem Ausflug nach Japan, über den wir auch lieber den Mantel des Schweigens hüllen). Hat er damit recht? Zumindest dann, wenn die Comicfans einen erneut über weite Teile ziemlich generischen Beitrag zum Genre über Gebühr in den Himmel loben, möchte man fast sagen. Aber sei es drum.

"Logan" ist viel zu lang und so repetitiv, dass er auch oft viel zu langweilig daherkommt. Die Actionszenen sind austauschbar, es gibt halt nicht so viele Möglichkeiten, wie Menschen mit Krallen, die ihnen aus den Händen wachsen, gesichtslose Massen an Schlägertrupps niedermähem können. Nach der von "Mad Max: Fury Road" inspirierten Flucht in der Limousine kommt lange Zeit nichts mehr, was von Interesse wäre, bis man am Ende eine kleine Reminiszenz daran einbaut, dass es bei den "X-Men" auch immer um Zusammenarbeit, um die Diversität und die Chance, die aus ihr erwachsen, ging. Auch wenn es im sehr auf sein R-Rating pochenden "Logan" dabei hauptsächlich heißt, dass der Sieg mit der kompletten Vernichtung des Gegners einher geht (ohnehin ein Pyrrhussieg, da im Hintergrund die Maschinerie der Ausbeutung fröhlich weiterläuft).

Im Großen und Ganzen gepflegte Langeweile mit Anklängen daran, dass das Leben auch im (filmischen) Superheldenkosmos endlich ist (ob es dabei bleibt, ist allerdings fraglich - Papierhelden sterben selten ganz und gar). Ansonsten erstickt der politische Kommentar im Keim und zu viele Fragen bleiben unbeantwortet, um nicht in den Verdacht zu geraten, eine weitere Armada an Sequels anzumoderieren. Und man kann sich selbst nur besiegen, wenn man sich in den Kopf schießen lässt. Na ja. Zumindest dieser Bettnässer hier ist dem Genre inzwischen ziemlich überdrüssig.