Son of Saul ★★★★½

Eine „gute Zeit“ im Popcornkinosinn wird man als Zuschauer bei "Son of Saul" nicht haben. Mehr noch, es kann sein, dass man ihn nach einmaligem Sehen nie wiedersehen möchte – was vollkommen legitim ist.

Der Film zeigt wenig von dem, was man aus Filmen über den Holocaust kennt, nicht zuletzt dank Steven Spielbergs "Schindlers Liste", auch weil die Kamera im 4:3-Format stets an Protagonist Saul hängt. Dies schafft eine Nähe, die schwer wiegt – unmittelbar und schonungslos. Das Babygeschrei in einer Sequenz verfolgt mich immer noch. Ein Film über den menschlichen Drang nach Sinnhaftigkeit, selbst wenn der Sinn, gerade in einem Konzentrationslager, so weit weg scheint wie die Menschlichkeit.