The Mimic ★★½

"The Mimic" versucht sich an einer psychologischen Herangehensweise an die (mögliche) Begegnung mit einer Nicht-menschlichen Entität, löst diesen Ansatz aber nie so treffend ein wie etwa der australische "The Babadook". Nur selten ist der Film ganz bei sich, ganz beim im Grunde die Kehle zuschnürenden Drama, dass ihm innewohnt - dem Verlust eines Kindes. Dann bricht der Film auf, die generische Dualität von sorgenvoller Mutter und verdrängendem Vater bekommt Risse, Menschen sind Menschen.

Gerade in diesem Kontext der Trauer wäre wohl in der Begegnung mit einem Monster aus der südkoreanischen Mythologie, dass menschliche Stimmen, vornehmlich von Verstorbenen, nachahmt, um seine Opfer zu sich zu locken, mehr drin gewesen als etwas, dass in seinen schlechtesten Momenten an Dutzendware wie das "The Ring"-Remake erinnert.

Der Priester und seine Tochter wirken stets wie unnötige Mittelsmänner zwischen der eigentlichen Kreatur und den Menschen, nie deckt sich der Film mit den Implikationen, die er in einer erklärenden Sequenz selbst aufstößt. Um es klar zu sagen: warum nur hat "The Mimic" so viel Angst davor, sein Monster ganz Monster zu sein, warum all der Mummenschanz mit besessenen Menschen und verklebten Spiegeln? Ein Wesen, dass mit einer außer-menschlichen Intelligenz seine Opfer jagt - die Prämisse ist letztlich gruseliger als das allermeiste, was der eigentliche Film dem Publikum anbietet. (Sollte dies alles direkt auf den Mythos vom "Jangsan Tiger" zurückgehen, will ich nichts gesagt haben.)

Engagierte Darsteller, eine vor allem zu Beginn stimmungsvolle Atmosphäre und einige gut funktionierene Spannungsmomente können die Jump Scares und das doch recht stereotype Ende nicht ganz wett machen. Das Nachdenken über den "Jangsan Tiger" ist letztlich unheimlicher als "The Mimic".

P.S.: Wer hat eigentlich die Höhle damals zugemauert? Und warum will der Ehebrecher seine Frau ausgerechnet dort verscharrt wissen? Zufall? Oder Plot Hole? Sie entscheiden. Ihr Jonathan Frakes.