When Animals Dream ★★★½

Die Pubertät, ewiger Quell von Grauen und Inspiration. Der widersprüchliche Lebensabschnitt, der gleichermaßen die Individualität erblühen lässt und größtmögliche Konformität einfordert, der den Menschen vor Idealismus bersten und am Weltschmerz verzweifeln lässt, ist ein dankbares Motiv im internationalen Kino. Während die Welt der Erwachsenen recht eindeutig definiert zu sein scheint und sich in den Pfaden bewegt, die in der Jugend eingeschlagen wurden, ist dass Teenageralter auch im Film ein uneindeutiges Gebilde, in dem jegliche Gangart und –richtung möglich und denkbar ist. Unausgegorene Menschen treffen auf das, was als Leben gleichzeitig verstörend wie betörend daherkommt. Es ist kein Wunder, dass im Horrorfilm vornehmlich junge Leute den Tod finden – es ist eben alles möglich, auch die unvorteilhafte Begegnung mit einem Waffenschwingenden Wahnsinnigen. "When Animals Dream" geht allerdings eleganter zu Werke als ein vergleichbares US-Produkt und schielt unzweifelhaft auf das Publikum, dass schon "So finster die Nacht" wohlwollend aufnahm, auch wenn dieser Film immer noch an seiner geradezu grotesken Blutleere (im emotionalen Sinn, lieber Genrefreund) leidet. Doch die Parallelen sind eindeutig, auch wenn der dänische Beitrag zum Subgenre des übernatürlichen Coming-of-Age insgesamt involvierender daherkommt.

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