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  • The Vikings

    The Vikings

    ★★

    Dies ist keine "echte" Besprechung. Die wird vielleicht in vielen Jahren nachgereicht, wenn ich "Die Wikinger" noch einmal gesehen habe. Bis dahin muss ich mit den Eindruck leben, dass ein solcher verschwenderisch ausgestatteter, aber auch heillos überproduzierter Technicolor-Schinken (und ich verwende das Wort "Schinken" wirklich ungern, es erschien mir hier aber passend) einfach nichts für mich ist. Im Zuge des Klassiker-Projekts werde ich bestimmt noch weitere Filme aus dieser Sparte sehen, aber gerade ist der Eindruck von artifizieller, selten wirklich…

  • Lords of Chaos

    Lords of Chaos

    ★★½

    Extremistische Idioten (im echten Leben wohl noch extremistischer als im Film) hören schlechte Musik und tun teils furchtbare Dinge. Am Ende weiß man auch nicht so recht, was der Film eigentlich bezwecken wollte, außer einer quasi-dokumentarischen Rekonstruktion einer berühmt-berüchtigten Geschichte aus Norwegens Black-Metal-Szene. Da hätte es aber auch ein Dokumentarfilm getan und nicht die Verfilmung eines Buches, dessen einer Autor den extremen Ansichten seiner Portraitierten näher zu stehen scheint, als es einem lieb sein sollte.

    Eine peinlich-didaktische Texttafel zu Beginn…

  • Harvey

    Harvey

    ★★★

    Wenn "Mein Freund Harvey" witzig ist, dann ist er es mit Leib und Seele. Sogar ein an sich ausgelutschter Slapstick-Stunt wie jener mit der Seife, der den Stolpernden direkt vor die Tür eines Arztes katapultiert, funktioniert dann (btw: es ist wirklich ein toller Stunt).

    Wenn "Mein Freund Harvey" irritiert, dann tut er auch dies mit Leib und Seele. Der Film will so sehr gefallen, charmant und harmlos herüberkommen, dass er all seine weiteren Implikationen ignoriert. Dass James Stewart als Elwood…

  • Jules and Jim

    Jules and Jim

    ★★½

    Oh boy, here we go ...

    Einige von mir sehr geschätzte Menschen aus meiner letterboxd-Blase haben diesem Film die Höchstwertung oder ein Rating in diesem Umfeld gegeben. Ich weiß, dass er für manche auch ein ewiger Lieblingsfilm ist. Nachdem ich nun diesen Film, immerhin vom Regisseur des kongenialen "Sie küssten und sie schlugen ihn", gesehen habe, muss ich erneut die Frage an Dr. Sommer stellen: "Was stimmt nicht mit mir?"

    "Jules und Jim" hat mich mehr als einmal zur Weißglut…

  • D.A.R.Y.L.

    D.A.R.Y.L.

    ★★★

    Als Kind oft gesehen, nun nicht mehr ganz so mitreißend. Gut, eigentlich doch, aber aus anderen Gründen. Wobei, auch das stimmt nur bedingt, im Grunde macht "D.A.R.Y.L. - Der Außergewöhnliche" aufgrund der kindgerechten Action und seinem aus heutiger Sicht fast schon kruden Sinn für Humor immer noch Spaß.

    Die Story wird gradlinig und ohne tiefergehende Gedanken erzählt (der Schleudersitz hat einen Peilsender, aber ein Multimillarden-Dollar-Projekt wie Daryl nicht? Der Körper wächst, aber sein Hirn ist künstlich und wabert dann irgendwann…

  • Geld oder Leber!

    Geld oder Leber!

    ★★

    In einer Welt, in der Mike Krüger als das Double von Falco durchgeht, ist alles möglich.

    Krampfiger 80er-Jahre-Mumpitz, dessen halsbrecherisches Tempo zu Beginn danach immer weiter abebbt. Spätestens, wenn Falco die Filmbühne betritt (und der Film die Aussage seines Songs "Jeannie" nicht versteht), geht der ganzen Chose die Puste aus und alles, was bleibt, ist eine Hans Rosenthal-Referenz, ausgeführt durch eine Nonne.

    Das meiste, was hier passiert, ist müßig und wenig bis überhaupt nicht witzig, wird aber manchmal durch einen…

  • Supermarket

    Supermarket

    ★★★★

    Atemlos. Weniger an einer durchgängigen Handlung interessiert als vielmehr an Stimmungen, und seien sie noch so bedrückend.

    Melancholisch und kompromisslos. Im Schnitt und in der Handlung einzelner Figuren nicht immer nachvollziehbar, aber das irritiert meist nur einige Sekunden.

    Bestimmt einer der interessantesten und chaotischsten Überfalle der Filmgeschichte. Seinen Titelsong liebt "Supermarkt" vielleicht etwas zu sehr. Sei es drum.

    Wildes, schmutziges, schnelles, ambivalentes deutsches Genrekino. Empfiehlt sich für ein Double-Feature mit "Blutiger Freitag".

    Toll.

  • Utøya: July 22

    Utøya: July 22

    ★★★½

    Ich werde gar nicht erst so tun, als würde ich diesen Film in irgendeiner Weise objektiv bewerten können oder wollen. Es geht einfach nicht. Mir ist außerdem bewusst, dass er in meiner letterboxd-Blase auch eher auf Ablehnung trifft und ich kann das absolut nachvollziehen. Lasst mich erklären, warum ich "Utøya 22. Juli" für keinen schlechten Film im Wortsinne halte.

    Meine Begegnung mit diesem Film war eingebettet in zwei voneinander unabhängigen Ereignissen. Zum einen lag der verachtenswerte Anschlag in Christchurch, Neuseeland,…

  • Ghostland

    Ghostland

    Ein sowohl inhaltlich wie ästhethisch reizloser Film mit für meinen Geschmack viel zu vielen Anleihen beim "Torture Porn" und "New French Extremity"-Subgenre. Gut, bei dem Regisseur von "Martyrs" wohl auch nicht verwunderlich.

    Was hat dieser eigentlich gegen Frauen, geistige Beeinträchtigungen und Fetische? Warum sind die letzten Beiden bei ihm plumpe Chiffren für das Böse? Warum verwehrt er Ersteren sogar eine Minimalkartharisis, indem sie ihre Peiniger nicht einmal selbst aus dem Weg räumen können? Nein, es muss ein Mann von außen…

  • Early Man

    Early Man

    ★★½

    Steinzeit trifft auf Bronzezeit. Aus dem Clash von zwei unterschiedlichen menschlichen Entwicklungsstufen macht "Early Man" ein --- wait for it --- Fußballspiel.

    Ähm. Ja.

    Der Plot ist völlig Banane und verschenkt so viel Potenzial bei einer Laufzeit von etwa 90 Minuten, dass sich wieder einmal der Gedanke einschleicht, dass Aardman besser in der Handhabung von rasanten 30-Minütern ist als bei der Kreation von kohärenten Spielfilmen.

    Auf der technischen und gestalterischen Ebene ist das Ganze natürlich ein großer Spaß. Wann immer…

  • Er sie ich

    Er sie ich

    ★★★½

    Visuell so interessant, wie trocknende Socken auf dem Heizkörper abzufilmen, aber vielleicht entsteht gerade durch diese formale Strenge die Konzentration, die der Film braucht.

    Ein durchaus interessantes Werk über Erinnerungen und ihre mitunter völlig diametral entgegengesetzten Wirkweisen. Und über die ewige Schicksalsgemeinschaft Familie, die Menschen sogar dann eingehen können, wenn sie sich eigentlich voneinander entfernen.

  • A Quiet Place

    A Quiet Place

    ★★

    Wie sehr ich mir wünschte, "A Quiet Place" würde seine Prämisse und sein Setting ernst nehmen. Aber dem ist leider nicht so. Für einen Film, der eigentlich größtenteils in relativer Stille spielt, dröhnt es auf der Tonspur über alle Maßen. Nach einem Auftakt, der noch so tut, als würde man das "quiet" im Titel für voll nehmen, gibt es die standardtisierten Jump Scare-Soundeffekte (weil es sonst ja nicht gruselig sein kann, wenn nicht ein Instrument herumpaukt) und generische Musik.

    Das…