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  • Ghostland

    Ghostland

    Ein sowohl inhaltlich wie ästhethisch reizloser Film mit für meinen Geschmack viel zu vielen Anleihen beim "Torture Porn" und "New French Extremity"-Subgenre. Gut, bei dem Regisseur von "Martyrs" wohl auch nicht verwunderlich.

    Was hat dieser eigentlich gegen Frauen, geistige Beeinträchtigungen und Fetische? Warum sind die letzten Beiden bei ihm plumpe Chiffren für das Böse? Warum verwehrt er Ersteren sogar eine Minimalkartharisis, indem sie ihre Peiniger nicht einmal selbst aus dem Weg räumen können? Nein, es muss ein Mann von außen…

  • Early Man

    Early Man

    ★★½

    Steinzeit trifft auf Bronzezeit. Aus dem Clash von zwei unterschiedlichen menschlichen Entwicklungsstufen macht "Early Man" ein --- wait for it --- Fußballspiel.

    Ähm. Ja.

    Der Plot ist völlig Banane und verschenkt so viel Potenzial bei einer Laufzeit von etwa 90 Minuten, dass sich wieder einmal der Gedanke einschleicht, dass Aardman besser in der Handhabung von rasanten 30-Minütern ist als bei der Kreation von kohärenten Spielfilmen.

    Auf der technischen und gestalterischen Ebene ist das Ganze natürlich ein großer Spaß. Wann immer…

  • Er sie ich

    Er sie ich

    ★★★½

    Visuell so interessant, wie trocknende Socken auf dem Heizkörper abzufilmen, aber vielleicht entsteht gerade durch diese formale Strenge die Konzentration, die der Film braucht.

    Ein durchaus interessantes Werk über Erinnerungen und ihre mitunter völlig diametral entgegengesetzten Wirkweisen. Und über die ewige Schicksalsgemeinschaft Familie, die Menschen sogar dann eingehen können, wenn sie sich eigentlich voneinander entfernen.

  • A Quiet Place

    A Quiet Place

    ★★

    Wie sehr ich mir wünschte, "A Quiet Place" würde seine Prämisse und sein Setting ernst nehmen. Aber dem ist leider nicht so. Für einen Film, der eigentlich größtenteils in relativer Stille spielt, dröhnt es auf der Tonspur über alle Maßen. Nach einem Auftakt, der noch so tut, als würde man das "quiet" im Titel für voll nehmen, gibt es die standardtisierten Jump Scare-Soundeffekte (weil es sonst ja nicht gruselig sein kann, wenn nicht ein Instrument herumpaukt) und generische Musik.

    Das…

  • Tatort - Tod im All

    Tatort - Tod im All

    ★½

    Du meine Güte, was für ein Trash-Fest!

    Jahrelang wollte ich diesen Fall sehen, denn die Verbindung von Aliens und piefigem "Tatort"-Umfeld erschien mir immer wie ein "match made in hell". Und was soll ich sagen: es ist genauso wahnsinnig, bescheuert und faszinierend, wie man es sich vorstellt.

    Zunächst einmal: die Effekte, gerade der ganz am Ende, können sich tatsächlich sehen lassen. Die dahinpiepende Elektronikmusik weiß zu gefallen und die beständigen "WTF?!"-Momente sorgen, zumindest in Augen, die über 20 Jahre in…

  • Incredibles 2

    Incredibles 2

    ★★½

    Ich erinnere mich vage an die Aussage Brad Birds, dass er nur eine Fortsetzung von "Die Unglaublichen" inszenieren würde, wenn ihm eine tolle Geschichte einfallen würde. Über ein Jahrzehnt hat es gedauert und das ist dann das Beste, was ihm durch den Kopf gegangen ist? Hui.

    "Die Unglaublichen 2" ist eine maßlose Enttäuschung. Ein vor sich hin dümpelnder Plot, der sich nicht ganz zwischen Empowerment für Elastigirl und "Ha Ha"-Kastration für Mr. Incredible entscheiden kann (man mag es immer auf…

  • Doomed Love: A Journey Through German Genre Films

    Doomed Love: A Journey Through German Genre Films

    ★★★★

    Streitbarer Streifzug durch den deutschen Film jenseits des Försterfilms, aber auch des bewusst sperrigen Autorenfilms der Oberhausener Schule.

    Als Essayfilm nicht so kongenial zusammengestellt wie "Es werde Stadt!", aber Dominik Graf beweist dennoch einmal mehr ein Händchen für eine extrem kurzweilige, unterhaltsame und auch aufschlussreiche Montage aus "talking heads" mit teils haarsträubenden Anekdoten und Filmausschnitten, die Lust auf mehr machen. Ich werde jetzt erstmal Roland Klick auskundschaften und bin froh, ein Kleinod wie "Blutiger Freitag" schon zu kennen.

    Interessant für alle, die immer behaupten, der deutsche Film bestehe nur aus gammeligen "Tatort"-Episoden und Kriegs-Repliken und auch für alle, die schon wissen, dass solche Aussagen Blödsinn sind.

  • Your Name.

    Your Name.

    ★★

    Wenn es passt, wiederhole ich mich ja gerne: Ein Film, den ich lieben wollte, mich dazu aber letztlich nicht imstande fühle. Der von allen Seiten als emotionales Meisterwerk angepriesene "Your Name" ist wahrlich ein Sturm im Wasserglas.

    Um ganz ehrlich zu sein, war es bei mir schon beim Vorspann fast vorbei: von der Anmutung her eine melodramatische Fernsehserie, die irgendwelche vagen romantische Gefühle von heftig pubertierenden Teenagern ansprechen soll stehen die Figuren in bewährter Pose herum, während ihr Schulmädchenrock immer…

  • The Mimic

    The Mimic

    ★★½

    "The Mimic" versucht sich an einer psychologischen Herangehensweise an die (mögliche) Begegnung mit einer Nicht-menschlichen Entität, löst diesen Ansatz aber nie so treffend ein wie etwa der australische "The Babadook". Nur selten ist der Film ganz bei sich, ganz beim im Grunde die Kehle zuschnürenden Drama, dass ihm innewohnt - dem Verlust eines Kindes. Dann bricht der Film auf, die generische Dualität von sorgenvoller Mutter und verdrängendem Vater bekommt Risse, Menschen sind Menschen.

    Gerade in diesem Kontext der Trauer wäre…

  • The Florida Project

    The Florida Project

    ★★½

    Die Enttäuschungsgefühle von "Shape of Water" sind zurück! Ähm ... Hurra?! (Bei keinem anderen Film seit langer Zeit habe ich so oft auf die Uhr geschielt in der Hoffnung, dass es vorbei gehen möge.)

    Jedes, selbst die ganz negativen, Review hier auf letterboxd hat zumindestens ein paar warme Worte für Willem Dafoe übrig. Warum? Weil es die Wahrheit ist. Dafoe bietet eine wunderbare Performance zwischen Humanismus, Realismus und Frustration; die Sequenz, in der er einen mutmaßlichen Pädophilen von den Kindern…

  • Fire and Ice

    Fire and Ice

    Generische Fantasyhohlbirne aus der Rotoskopie-Hölle, die so aussieht wie eine bewegte Variante der Hard Rock-Albumcover, die mich schon als Kind abgestoßen haben.

    Man könnte "Feuer und Eis" nun aufgrund seiner konsequenten Albernheiten noch etwas abgewinnen: Menschen, deren Hintern ständig ins Bild wallen und die in kaum mehr als knapper Unterwäsche im Eis kämpfen. Dialogfetzen aus dem Überraschungsei. Offensichtliche dramaturgische und charakterliche Nutzlosigkeiten. Doch dann präsentiert der Film auch noch recht unverholenen Rassismus (alle Helden sind weiß, die Schergen des Schurken…

  • Hold the Dark

    Hold the Dark

    ★½

    Lieber Jeremy Saulnier,

    wenn du gewalttätiges Exploitationkino machen willst, dann ist das doch in Ordnung. Tu es, habe Spaß dabei und wir als Zuschauer bekommen im besten Fall auch noch viel von diesem Spaß ab. Es ist okay, wirklich. Im Trash liegt ja ohnehin oft eine tiefere Wahrheit, an deren Entschlüsselung wir bestimmt viel Freude haben würden.

    In punkto "Wolfsnächte" möchte ich dir sagen, dass der Werwolf mit dem Zombie mein liebstes Filmmonster ist. Ich persönlich hätte mich sehr gefreut,…