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Paranoyer has written 11 reviews for films during 2014.

  • Razorback

    Razorback

    ★★

    Wenn man sich den deutschen Untertitel von Razorback so anschaut, kann man ganz wehmütig ob der Einfallslosigkeit der heutigen Verleiher werden. Es wird einfach weniger solch ehrlich-bekloppter Lyrik fabriziert als noch in den 1980er Jahren, gerade, wenn der Film hierzulande nur für den Heimkinomarkt ausgewertet wurde. In der Poetik des Schwachsinns liegt aber auch eine Falle: Kampfkoloß der Hölle kann Erwartungen wecken, die der Film nicht zu decken imstande ist. Denn der titelgebende „Kampfkoloß“ steht, streng genommen, hauptsächlich in der…

  • The Day of the Triffids

    The Day of the Triffids

    ★★★★

    Es liegt in der Natur der Sache, dass man es mit Adaptionen eines Romans für ein anderes Medium niemals allen recht machen kann. Manchmal funktioniert der Film besser, wenn man das Buch nicht kennt, mal andersherum, manchmal bringt einen die Lesart des Hörbuches aus der Geschichte oder das Hörspiel trifft das individuelle Verständnis der Aussage nicht oder gestaltet die Atmosphäre zu eigenwillig. Blumen des Schreckens, basierend auf dem Science-Fiction-Romanklassiker Die Triffids von John Wyndham, ist ein gutes Beispiel für die…

  • The Trollenberg Terror

    The Trollenberg Terror

    ★★★½

    Es wird gern angenommen, dass explizite Gewaltdarstellungen eine Erfindung des Kinos ab den 1970er Jahren sind. Gerade in Deutschland flammten, entzündet an einzelnen Filmen wie Dirty Harry (1971) oder Zombie (1978), die Diskussionen immer wieder auf, inwiefern Gewalt in den Medien einen negativen Einfluss gerade auf jugendliche Zuschauer haben könnte. Ganz davon abgesehen, dass dieser Diskurs bis heute andauert und in nächster Zeit wohl kaum mit einem definitiven Ergebnis beendet werden wird, beweist Die Teufelswolke von Monteville, dass auch die…

  • Monsterland

    Monsterland

    ★★★

    Wer glaubt, der deutsche Regisseur Jörg Buttgereit könne nur Horror-Exploitation wie die berühmt-berüchtigten Nekromantik-Filme oder Der Todesking drehen, der irrt. Monsterland ist ein Film über die Liebe – die Liebe zu (Film-)Monstern. Buttgereit, der selbst nicht in Aktion tritt und auch auf eine Kommentarspur verzichtet, bereist die Welt (in erster Linie Japan und die USA) und interviewt Regisseure, Künstler, Autoren und Darsteller über ihre Passion für die Kreaturen, die menschliche Urängste in Filmen kanalisieren und repräsentieren.

    Jeder, der sich bereits…

  • Godzilla

    Godzilla

    ★★

    Es ist an der Zeit, die Frauen und Männern zu beglückwünschen, die sich für das Marketing von Godzilla anno 2014 verantwortlich zeichneten. Ihre hervorragenden Trailer werden am Eröffnungswochenende sicherlich sehr, sehr viele Menschen in die Kinos locken, bevor die Botschaft die Runde macht, dass der leider allzu oft zutreffende Spruch „Don’t believe the Hype“ auch hier angewendet werden kann. Gareth Edwards, der sich mit seinem eleganten Indie-Film Monsters, in dem sich außerirdisches Leben auf der Erde einnistet und beginnt, ein…

  • C.H.U.D.

    C.H.U.D.

    ★½

    Mit Kultfilmen ist es ja so eine Sache. Während bei manchen die Elemente, die sie zu solchen machten, unübersehbar sind (Napoleon Dynamite), steht man bei anderen vor einem Rätsel. C.H.U.D. ist solch ein Beispiel. In den USA hat der Film trotz größtenteils negativer Kritik bei seiner Veröffentlichung 1984 über die Jahre eine solide Fanbasis aufgebaut und taucht immer wieder als Pointe in der Popkultur auf. Sogar die renommierte Criterion Collection ließ sich 2011 zu einem Aprilscherz hinreißen und behauptete eine…

  • The Monster that Challenged the World

    The Monster that Challenged the World

    ★★★½

    Der Originaltitel dieses feinen B-Films verspricht etwas mehr, als dem Zuschauer letztlich geboten wird. Die Monster in diesem Film fordern mitnichten die ganze Welt heraus, die Möglichkeit wird lediglich diskutiert, aber der Schauplatz bleibt lokal begrenzt. Der deutsche Titel macht da – bemerkenswerterweise – mehr Sinn. So viel dazu. Dennoch ist Alarm für Sperrzone 7 ein hervorragender 50er-Jahre-Monsterfilm mit sehr viel Gespür für Atmosphäre und einer souveränen Regie des mehr im Fernsehen beheimateten Arnold Laven (Rauchende Colts). Alarm für Sperrzone…

  • Reptilicus

    Reptilicus

    ★★½

    Reptilicus ist ein seltsamer Fall, wurde der 1961 als dänisch-amerikanische Co-Produktion entstandene Film doch nie synchronisiert und in Deutschland zur Aufführung gebracht. In einem Land mit auch in den 1960er Jahren vielen potentiellen Zuschauern durchaus erstaunlich. Vielleicht wurde der Film von einem möglichen Verleih begutachtet und man kam zu dem Schluss, dass der Film einerseits zu erschreckend sei (es gibt Szenen, die in ihrer Schonungslosigkeit im Kontext der Entstehungsperiode überraschen), andererseits zu albern (die Effekte sind sehr schlecht). Was auch…

  • Rubber

    Rubber

    ★★★½

    Das englischsprachige Filmplakat von Rubber fragt programmatisch: „Are you tired of the expected?“ Das ist gleichermaßen ein spielerischer Hinweis auf den Protagonisten des Films (tired beinhaltet das Wort tire, also Reifen) als auch eine Art Kampfansage – Rubber wird wie auch immer geartete Erwartungshaltungen nicht befriedigen, schon gar nicht Exploitation-Gelüste, die durch das reißerische deutsche DVD-Cover geweckt werden könnten. Vielmehr wird der in allen Belangen bizarre Film zu einer um die Ecke gedachten Hommage an das Kino an sich, an…

  • The Angry Red Planet

    The Angry Red Planet

    ★★½

    Regisseur Ib Melchior ist trotz seines überschaubaren Oeuvres Freunden des phantastischen B-Films ein Begriff – eigentlich fast nur wegen Weltraumschiff MR-1 gibt keine Antwort, seinem Spielfilmdebüt. Danach sollte er noch 2071: Mutan-Bestien gegen Roboter inszenieren und das Drehbuch für Frankensteins Todesrennen schreiben ansonsten ist sein Beitrag zum Genre gering. Seit 1970 hat er nicht mehr als Regisseur gearbeitet, seit 1975 nicht mehr als Autor. Spricht dies für die besondere Qualität von Weltraumschiff MR-1, dass er unter Genrefans einiges an Bekanntheit…

  • Prophecy

    Prophecy

    ★★

    Das Konzept der „Rache der Natur“-Filme würde nicht existieren, wenn Menschen sich nicht zumindest unbewusst darüber im Klaren wären, dass sie ihren Heimatplaneten nicht so gut behandeln, wie sie es sollten. Der fortschreitende Raubbau und die bemerkenswert konsistente Weigerung, Alternativen für bestehende Probleme zu finden, kanalisieren sich in diesen Filmen in einer meist lokal begrenzten Racheaktion – die Natur und ihre als genuin verstandenen Bewohner wissen sich nicht mehr zu helfen und greifen zu drastischen Maßnahmen, um den verursachenden Menschen…